So zerstört Bewegungsmangel deine Gesundheit

 Bewegungsmangel fördert Stress, verursacht Rückenschmerzen und verkürzt die Lebensdauer.

Bewegungsmangel fördert Stress, verursacht Rückenschmerzen und verkürzt die Lebensdauer.

 

Bereits 1947 schilderte der Arzt R. Asher die Gefahren langandauernder mangelnder Bewegung. Eindrucksvoll beschreibt er, wie der gesamte Körper leidet und nach und nach zerfällt. Lange Bettruhe ist für ihn besonders gravierend:

„It is my intention to justify placing beds and graves in the same category“ [1] (‘Mein Ziel ist es zu begründen, dass Betten und Gräber der gleichen Kategorie angehören‘).

Langanhaltende Bettruhe wird inzwischen zum Glück möglichst vermieden. Bewegungsmangel ist jedoch auch heutzutage noch alltäglich. 28% der Einwohner in der Schweiz gelten als körperlich inaktiv. Knapp ein weiteres Drittel ist nur unregelmässig aktiv. Bewegungsmangel geht direkt mit verschiedensten Erkrankungen und Schmerzen einher. Rückenschmerzen nehmen hier nach Bluthochdruck und Depressionen Platz Drei und damit einen hohen Stellenwert ein [2].

Vier Fünftel dieser Rückenschmerzen sind unspezifisch, d.h. es ist hierfür keine genaue Ursache bekannt [3]. Trotzdem sind sie da und führen zu weitreichenden Beeinträchtigungen in Beruf und Freizeit.

Wie wirkt man diesen Schmerzen entgegen?

Ein häufiger Fehler ist zu wenig Bewegung. Mit Schmerzen bewegt sich niemand gerne. Und das, obwohl gerade Bewegung die Muskulatur lockert und kräftigt, die Gelenke durchbewegt die Faszien wieder flexibel macht und vor allem auch Stress reduziert. Bewegung kann im Kleinen beginnen, z.B. mit Spaziergängen oder Velofahren (bitte Lenker- und Sattelhöhe richtig einstellen!). Ausdauersportarten wie Nordic Walking oder Schwimmen kräftigen die Rumpfmuskulatur inklusive Tiefenmuskulatur auf schonende Weise. Im Winter ist Skilanglauf eine optimale Variante. Aquafitness entlastet die Wirbelsäule und kräftigt gleichzeitig den gesamten Körper. Wer sich unsicher hinsichtlich der Bewegungsausführungen ist, sollte sich bei einem speziellen Kurs anmelden, z.B. bei einer Wirbelsäulengymnastik, beim Yoga, Pilates, Tai Chi oder Qigong. Hier wird sehr genau auf Körperhaltungen geachtet und es können immer Variationen bei jeglichen Beschwerden gegeben werden. Wer bestimmte Bereiche gezielt kräftigen möchte, kann sich im Gesundheitsstudio informieren und nach individuellem Trainingsplan trainieren.

Wichtig ist zunächst, überhaupt etwas zu machen, langsam zu beginnen und den Körper gleichzeitig endlich mal wieder ein bisschen zu fordern.

Muskeln wollen sich bewegen, sich anstrengen und sich lockern. Zum Dank werden sie kräftiger und flexibler und können so auch Schmerzen verhindern. Gelenke wollen durchbewegt werden, denn nur so bleiben sie geschmeidig. Du siehst, Muskeln und Gelenke sind wichtige Partner beim lebenslangen Ziel der Schmerzfreiheit und des gesunden, starken Körpers.

Übrigens ist (richtige) Bewegung auch präventiv zur Verhinderung von Rückenschmerzen besonders wichtig. Hilfsmittel wie Kissen im Lendenbereich, Rückengurte, spezielle Stühle oder Matratzen oder auch Einlagen helfen niemals langfristig. Das Durchbewegen und Kräftigen des Rückens in diversen Sportarten (s.o.) hingegen wirkt Rückenbeschwerden nachhaltig effektiv vor. Hier gilt die Devise: Man kann nie zu früh anfangen ;)

 

1 Asher (1947)
2 Mattli et al. (2014)
3 Flothow et al. (2009)

Autorin: Anne-Kathrin Langner